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275/S-Stuhl, 1956 und 1965


Verner Panton

Verner Pantons S-Stuhl aus dem Jahr 1965 ist der erste hinterbeinlose, freischwingende Stuhl aus einem durchgehenden Stück Material. Damit ging ein Traum in Erfüllung, den Designer schon lange vor Panton geträumt hatten – und dem etwa Gerrit Rietveld mit seinem Zig-Zag Stuhl schon nahezukommen versucht hatte. Formal gleicht der S-Stuhl einem bereits 1956 von Panton entworfenen, aber nicht realisierten „Esstisch-Stuhl“. Durch die Zusammenarbeit mit der auf Schichtholzverformung spezialisierten deutschen Firma August Sommer, mit der er 1963 den Barboy realisierte, kam Panton möglicherweise auf die Idee, den Entwurf von 1956 nun in Schichtholz auszuführen. Die Firma Gebrüder Thonet übernahm den Vertrieb des Stuhls in zwei Varianten – dem hier gezeigten Modell 275 und dem Modell 276 mit gerundeter Rückenlehne. Der Stuhl wurde aus bis zu 16 miteinander verleimten, geformten und gepressten Furnierschichten hergestellt. Das machte ihn schwer und in der Herstellung teuer. Hinzu kam, dass die Bodenplatte für die Füße des Sitzenden störend war. So verwundert es kaum, dass beim S-Stuhl der kommerzielle Erfolg ausblieb.