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4015 ST/Einpunktstuhl, Bellmann


Hans Bellmann

Hans Bellmanns Einpunktstuhl entstand ungefähr zur gleichen Zeit wie Arne Jacobsens Ameise. Er gehört zu den ersten Stühlen mit einer mehrfach gebogenen Sitzschale aus einem durchgehenden Stück formverleimtem Sperrholz. Als prägnantes formales Kennzeichen sticht das Griffloch in der sich nach oben verjüngenden Lehne heraus. Es bildet eine gegenläufige trapezoide Form zur Stuhllehne und setzt sich leicht in der Sitzfläche fort. Den Beinamen „Einpunktstuhl“ verdankt Bellmanns Entwurf der über nur einen Punkt realisierten Verbindung von Schale und Gestell. Die vier Stuhlbeine sind über Kreuz zusammengeführt und in einer einzigen Schraubverbindung mit einer mittig in die Sitzfläche eingelassenen verchromten Scheibe verschraubt. Die erzeugte Vorspannung sowie die vier zur Stabilisierung auf das Gestell aufgeschweißten Distanzhalter sorgen für einen dauerhaft fest montierten Sitz. Die Idee dazu kam Bellmann beim Betrachten der Abstützung eines Auto-Gepäckträgers.1 Sein Stuhl erhielt 1954 vom Schweizerischen Werkbund die Auszeichnung die Gute Form und war über Jahre einer der erfolgreichsten modernen Stühle in der Schweiz.